Sonntag, 8. März 2009

Wie aus Proleten "Asis" wurden

Ich weiß noch genau wie es war, als ich klein war.
Da wimmelte es geradezu von Proleten und das war gut so.
Die Proleten waren einfache Leute, die all
die Arbeiten erledigten, für die man kein Abitur brauchte.
Deshalb sollte ich mich in der Schule auch anstrengen.
"Sonst endest Du wie die", hat mein Vater gesagt.
Und das wollte ich natürlich nicht, weil ich insgeheim schon ein wenig
Angst vor den Proleten hatte.
Das waren oft primitive und grobschlächtige Typen.
In den Wagen der Bauarbeiter hingen Poster mit nackten Frauen an den
Wänden, überall standen Flaschen und es stank nach abgestandenem Bier.
Davor habe ich mich gefürchtet.
Wie kann man bloß so leben, fragte ich mich damals.
Ist es so, wenn ich erwachsen bin?
Die Proleten Väter fuhren in der Früh zu ihrer Arbeit in die Fabriken und
am Nachmittag schraubten sie mit ihren Söhnen an Mofas oder Autos herum.
Anscheinend verdienten sie nicht schlecht.
Sie waren in der Regel mit Frauen verheiratet, die alles daran setzten, jede
Erinnerung an ihre einstige Schönheit im Keim zu ersticken.
Und mit denen mussten sie Kinder machen.
Das stellte ich mir schrecklich vor!
Einmal im Jahr ging es mit der ganzen Familie in den Sommer Urlaub
nach Spanien, in eine Bettenburg an der Costa Brava oder nach Mallorca.
Die Proleten waren irgendwie immer zufrieden, wenn auch nicht glücklich.
Ihre Welt schien auf eine erschreckend einfache Art und Weise zu funktionieren.
Darum beneidete ich sie.
Doch dann bin ich dem ersten "Asi" begegnet.
Es war ausgerechnet der Vater meines Freundes Marco, der schräg
gegenüber wohnte.
Man munkelte schon lange hinter vorgehaltener Hand, dass seine Mutter
eine richtige Schlampe war und den Vater einfach sitzen gelassen hat.
Was eine Schlampe ist, wusste ich allerdings nicht so genau.
Nur, dass es etwas furchtbar Schlimmes ist, das wusste ich.
Marco tat mir Leid!
Ich war einmal bei ihm zu Hause.
Da war alles völlig vermüllt und dort traf ich ihn, meinen ersten "Asi".
Marcos Vater sah aus wie ein dicker Zigeuner, mit fahler Haut und
tiefen Rändern unter den Augen.
Er kam mir mit einer schrecklichen Alkoholfahne und einer Zigarette
im Mundwinkel entgegen und begrüßte mich freundlich.
Ich wollte nur noch raus.
Später hat Marco dann in der Schule randaliert,
als sein Vater auch noch seine Arbeit verloren hat.
Wir sind dann, nach der Ausbildung meiner Mutter zur Lehrerin, in eine
bessere Wohngegend gezogen.

Sie sagt noch heute, es sei ein Jammer, dass dieser hochintelligente
Junge auf der Sonderschule endete.


Donnerstag, 16. Oktober 2008

Satire: Warum tragen Banker Anzüge?

Heute möchte ich Euch den Klaus vorstellen.
Der Klaus arbeitet in einer Bank.
Klingt komisch, ist aber so.
Dafür zieht sich der Klaus jeden Morgen ganz fein an,
sogar mit Anzug und Krawatte.
Dann fährt der Klaus in sein Büro, wo noch ganz viele
andere arbeiten, die genauso aussehen wie er.
Weil Klaus und seine Kollegen kein eigenes Geld haben,
warten sie bis ihnen ein Kunde etwas leiht.
Dann freuen sie sich ganz doll.
Mit dem Geld kann der Chef vom Klaus dann nämlich ins Spielcasino
fahren und noch mehr Geld verdienen.
Den Gewinn dürfen sie dann behalten.
Der Kunde freut sich auch.
Der bekommt nämlich ein paar Prozent Zinsen von dem Gewinn ab,
wenn er dem Klaus und seinen Kollegen aus der Patsche hilft.
Blöd wird das Ganze nur, wenn der Kunde sich dann auch mal
etwas Geld von der Bank leihen möchte.
Dafür muss er dann nämlich dreimal so viele Zinsen bezahlen,
sagt der Chef vom Klaus.
Gut, das klingt unseriös.
Ist es aber auch.
Nur der Kunde merkt das nicht, weil der Klaus und seine Kollegen
doch so seriös aussehen und immer so nett und freundlich sind.
Da der Klaus sich ja mit Geld so toll auskennt,
haben wir ihn direkt einmal nach der richtigen
Anlage Strategie für Hartz IV Empfänger gefragt.
Der Klaus hat dann eine Formel entwickelt, die klingt ziemlich kompliziert,
ist sie aber gar nicht.
1. A= Angebote
2. l= lesen
3.d= dann
4. i= investieren
Zusammengefasst macht das dann Aldi!
Gut, ist vielleicht kein Geheim Tipp, aber immerhin.
Danke, Klaus!

http://www.hartz-aber-lustig.de/